Die Fragestellung ist Teil der sogenannten Theodizee Frage. Diese Frage lautet: Warum lässt ein allmächtiger und gütiger Gott Leid in der Welt zu? Ist es so, dass er entweder gar nicht allmächtig ist, oder nicht gütig und barmherzig ist?

Eine einfache Antwort auf diese Frage ist sicherlich schwer zu finden. Durch eine argumentative Hinführung wird aber klar, warum Gott zwar einerseits allmächtig, gut und barmherzig ist, aber andererseits auch so viel Leid in der Welt existiert. Dabei muss zunächst festgehalten werden, dass das Leid von Menschen verursacht wird und nicht von Gott. Kriege werden von Menschen angezettelt und Hungersnöte werden dadurch verursacht, dass Menschen die reichlich vorhandenen Nahrungsmittel ungerecht verteilen. Es geht also um die Frage, warum Gott Leid, welches von Menschen verursacht wird zulässt. Wie kann also Böses neben einem gütigen Gott existieren? Hierzu ist ein Blick in die Anfänge der Schöpfung wichtig. Die Schöpfung war zunächst ohne Makel. Adam und Eva wurden als ewig lebende Menschen geschaffen, die den Garten Eden bewohnten. Erst durch den Sündenfall kam der Tod in die Welt. Auch Tiere waren von Gott zunächst als reine Pflanzenfresser geschaffen worden (1 Mose  1,30). Erst durch den Sündenfall wurden Adam und Eva sterblich und die Tiere begannen andere Tiere zu reissen und Fleisch zu fressen. Das Böse kam in die Welt, weil Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis aßen, wozu sie die Schlange verführt hatte. Es ist also wichtig zu sehen, dass es eine freie Entscheidung der Menschheit war, das Böse in die Welt zu lassen.

Nun könnte man natürlich fragen, warum Gott das Leid denn dann nicht begrenzt oder gar nicht zulässt. Dazu muss eine ganz praktische Frage aufgeworfen werden: Selbst wenn Gott das Leid begrenzen würde, wo sollte er die Grenze ziehen? Sollte er jeden Terroranschlag ab 50 Toten unterbinden, sollte er schon ab 10 Toten eingreifen, oder schon bei jedem einzelnen Mord? Sollte er schon jeden Eierdiebstahl unterbinden? Wir sehen also, dass schon ganz praktische Erwägungen zeigen, dass das so nicht funktionieren kann. Man stelle sich vor, Gott würde entscheiden, jedes Leid ab zehn Toten zu unterbinden. Wie würden wohl die Angehörigen reagieren die Menschen verloren haben in einem Terrorakt mit „nur“ neun Toten?
Oder angenommen, Gott würde das Leid ganz abschaffen. Damit wäre die Wurzel des Übels ja nicht aus der Welt. Der Mensch würde kurze Zeit danach, wieder mit Bösem beginnen. Um das Böse ganz zu entfernen, müsste Gott die Menschen entfernen! Einzig andere Option wäre es, der Menschheit den freien Willen zu nehmen. Aber das würde auch niemand wollen.

Gott tat das Beste, was geschehen konnte: Er schuf eine Lösung. Er sandte seinen Sohn Jesus Christus in die Welt, damit diejenigen, die an ihn glauben, das Geschenk der Sündenvergebung und des ewigen Lebens empfangen können. Gott legte fest, dass diese Welt einst vergehen wird und eine kommende, neue, heilige und vollkommene Welt den Glaubenden als ewigem Wohnort dienen wird.

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Kategorie: Religion & Ethik.