Ein Industriekletterer wird zu Arbeiten an Gebäuden, Abgründen, über Gewässern oder in der Forstwirtschaft herangezogen, die nicht durch eine herkömmliche bodengestützte Verfahrensweise erfolgen kann. Eine Hebebühne, Gerüst oder Kran kann Aufgrund der Höhe nicht mehr verwendet werden.
In diesen großen Höhen ist der Industriekletterer mit einem geeigneten Haltegurt und einem System, bestehend aus zwei Seilen vor einem Absturz geschützt. Den Ursprung hatte das Industrieklettern in England und kam einige Jahre später auch in Deutschland zum Einsatz. Die Anerkennung dieses Berufszweiges erfolgte 1997, mit offiziellen Richtlinien zur Sicherheit und Ausbildung.
Um an einer Ausbildung als Industriekletterer teilnehmen zu können muss der Interessent mindestens 18 Jahre alt sein und eine Untersuchung auf Höhentauglichkeit nachweisen. Zudem ist ein Ersthelferlehrgang erforderlich, der nicht älter als 24 Monate sein darf. Der Auszubildende muss außerdem über eine Unfallversicherung verfügen. Die Ausbildung ist kostenpflichtig und erfolgt an Privatschulen.
Der Industriekletterer erhält eine gründliche Ausbildung, bestehend aus verschiedenen Kursen und den dazugehörigen abschließenden Prüfungen.
Für die Ausbildung sind Ausrüstungsgegenstände erforderlich, die in manchen Privatschulen ausgeliehen werden können.
Die abschließende Prüfung erfolgt durch einen Prüfer der FISAT (Fach- und Interessenverband für seilunterstützte Arbeitstechniken). Bei bestandener Prüfung ist die Berufsbezeichnung: FISAT- zertifizierten Höhenarbeiter. Der Auszubildende erhält seinen FISAT-Ausweis auf dem Postweg.
Das Einsatzgebiet des Industriekletterers ist recht vielseitig. Aufgrund der Seilklettertechnik kann er sich horizontal aber auch vertikal bewegen, ist flexibel und schnell. Ist die Arbeitsposition erreicht, sind die gleichen Tätigkeiten möglich, die auch von einem Kran aus oder von einem Gerüst ausgeführt werden können.
Kategorie: Industrie & Gewerbe.