Die Kundenanalyse beschäftigt sich mit demografischen und psychografischen Daten, die potenzielle Zielgruppen aufweisen. Die professionelle Analyse ist meist sehr kostspielig – die Beauftragung von Marktforschungsinstitutionen etc. ist für Gründer und kleine Unternehmen häufig finanziell nicht zu tragen. Dagegen stehen aber – gerade im Rahmen einer Existenzgründung oder für die Verwendung der Daten in einem Businessplan durchaus auch kostenlose Quellen zur Verfügung. Bevor Sie sich nun jedoch an die Recherche machen können, sollten Sie verstehen, was demografische Daten über Kundengruppen überhaupt sind:
Berufsstand: Welche Beruf üben potenzielle Kunden aus? Sind sie technisch, wirtschaftlich oder vielleicht gestalterisch tätig? Sind die Kunden Entscheider im Unternehmen oder Selbständig oder arbeiten Sie ohne jede Entscheidungsgewalt? Solche Kriterien sind wichtig, um nachvollziehen zu können, was in den Menschen vorgeht (vgl. Abschnitt "Denkmuster") und welche Kriterien sie zum Handeln bewegen.
Alter: Das Alter der Personengruppe(n) spielt eine grosse Rolle bei der Definition einer Zielgruppe. Es dürfte einfach nachvollziebar sein, dass die Vermarktung an eine jugendliche Zielgruppe ein anderes Konzept erfordert, als die Vermarktung an Personen mittleren Alters oder alte Menschen.
Bevölkerungszahl: Die Bevölkerungszahl ist ebenfalls eine bedeutende Größe: Sie gibt Aufschluss über die Menge der Personen, die als Käufer Ihrer Idee in Frage kommen. Damit können Sie in vielen Fällen das Marktpotenzial definieren!
Bildungsstand: Welche Ausbildung haben Ihre zukünftigen Kunden? Sind Sie hochgebildet oder haben sie eine mittlere und niedrige Bildung? Die Beantwortung dieser Frage ist deshalb von großer Bedeutung, da sie Aufschluss über das Käuferverhalten in Sachen "Kennerschaft" und "Kritik" gibt. Menschen mit höheren Bildungsabschlüssen haben eine starke Tendenz zu einem höheren Maß an Kennerschaft; solche Menschen sind schwerer zu überzeugen und es dauert länger, diese Kundengruppen für sich zu gewinnen.
Einkommensgruppe(n): Vorsicht mit Aussagen über das Einkommen – wenn möglich, sollten Sie sowohl das persönliche Einkommen als auch die Einkommenslage des Haushaltes herauszufinden. Aus dem Abgleich können Sie feststellen, ob die Person selbst Geld verdient oder ob es einen "Ernährer" gibt, dessen Einkommen maßgebend ist. Damit bekommen Sie wertvolle Hinweise auf die Lebensverhältnisse der Personengruppen. Wenn Sie beispielsweise ein hochpreisiges Produkt an Hausfrauen verkaufen möchten, der "Verdiener" in der Familie jedoch der Ehemann ist, dann müssen Sie davon ausgehen, dass "er" beim Kaufentscheid mitredet.
Wenn Sie demografische Daten für die Businessplan-Erstellung brauchen, können Sie solche Daten beispielsweise beim statistischen Bundesamt in Erfahrung bringen. Vergessen Sie im Businessplan nie, Ihre Quelle anzugeben. Das erhöht die Glaubwürdigkeit Ihrer Unterlagen und verbessert damit die Chancen auf eine erfolgreiche Existenzgründung. Demografische Daten, insbesondere die Bevölkerungszahl, sind auch eine gute Grundlage zur Erstellung der Rentabilitätsplanung im Businessplan.
Kategorie: Industrie & Gewerbe.