Das Passivhaus ist der ökologische und ökonomische Standard der Zukunft. Es verbindet schon heute Energieersparnis durch konsequente Dämmung und Vermeidung von Wärmebrücken mit reduzierter Umweltbelastung durch minimierte Anlagentechnik zu einer unserer Zeit adäquaten Komfortsteigerung. Das Leben in einem Passivhaus bereitet uns nicht nur ein gutes Gewissen gegenüber unserer Umwelt und der Verantwortung unseren Kindern gegenüber, es ist die wirtschaftlich rentable Antwort auf die Energiekostenexplosion der Vergangenheit und unserer unmittelbaren Zukunft.

Was ist ein Passivhaus?

Das Passivhaus ist keine bestimmte Bauweise, sondern ein Baustandard, der bestimmte Kriterien erfüllt. Durch eine ständige Weiterentwicklung der Bautechnik, der Anlagentechnik, der Ökologie und des Wohnkomforts wurde der Schritt von den Auflagen der WSVO (Wärmeschutzverordnung) aus dem Jahr 1984 über das Niedrigenergiehaus zum Passivhaus vollzogen. Ein Passivhaus ist ein Gebäude, in dem ohne ein aktives Heizsystem im Winter und ohne Klimaanlage im Sommer eine hohe Behaglichkeit erreicht werden kann (Definition des Passivhaus-Instituts Darmstadt).

Die wichtigsten Passivhaus-Kriterien:

  • Jahresheizwärmebedarf <= 15 kWh/m²a
  • Jahresprimärenergiebedarf gesamt <= 120kWh/m²a
  • Jahresprimärenergiebedarf Strom <= 55 kWh/m²a
  • Wärmedurchgangskoeffizienten Wand, Dach, Fußboden U < 0,15 W/m²K
  • Wärmedurchgangskoeffizient Fenster U < 0,8 W/m²K
  • Luftdichtigkeit <=0,6/h
  • Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung >=75%

Wie werden diese Kriterien erfüllt?

Grundvoraussetzung für die Erfüllung dieser Kriterien ist eine kompakte wärmebrücken-freie Bauweise. Das Verhältnis zwischen den Außenflächen des Gebäudes zu dem hiervon umschlossenen beheizten Volumen ist maßgeblich für die wirtschaftliche Umsetzung des Passivhausstandards. Dass dies keine langweilige Schuhschachtelarchitektur bedeuten muss, wurde in vielen gebauten Beispielen unter Beweis gestellt. Alle Bauteile sind konsequent und ohne Störstellen auf hohem Niveau zu dämmen. Wärmedämmschichten von 25 cm der WLG (Wärmeleitgruppe) 035 sind hier Stand der Technik. Die Fenster sind mit Edelgas gefüllten 3-fach Verglasungen und wärmetechnisch entkoppelten Rahmen auszuführen. Die Luftdichtigkeit wird durch konsequente Qualitätssicherung erreicht und durch einen Blower-Door-Test überprüft. Der gleichmäßige und hygienisch einwandfreie Luftwechsel wird allergikerfreundlich sowie frei von Feuchte- und Schimmelproblematik durch eine Lüftungsanlage mit hoher Wärmerückgewinnung erzielt. Selbstverständlich können alle Fenster weiterhin bei angemessenen Außentemperaturen geöffnet werden.

Das Passivhaus heute

Ein Passivhaus ist schon lange kein Privileg engagierter Ökospinner mehr. Jede Architektursprache kann prinzipiell auch nach den energetischen Kriterien des Passivhauses realisiert werden. Es bedarf der konsequenten Planung und Bauleitung durch einen qualifizierten Energieberater und Architekten.